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Der Wert des Friedensnobelpreises


Der Friedensnobelpreises begründet sich auf dem schwedischen Erfinder und Industriellen Alfred Nobel (21.10.1833 - † 10.12.1896). Ein Mann an dessen Händen viel Blut klebte. Er hatte das Dynamit erfunden. Nobels Vater war bereits als Rüstungsunternehmer zu Wohlstand gekommen, insbesondere mit den von ihm produzierten Seeminen, die an Rußland für den Krimkrieg (1853 bis 1856) verkauft wurden. Sein Sohn führte das Erbe seines Vaters fort und wurde damit der reichste schwedische Bürger und einer der reichsten Männer weltweit. In Krieg zu investieren und Waffen zu produzieren ist zwar ein moralisch schmutziges Geschäft, aber ein sehr lukratives. Da war sich auch Alfred Nobel nicht zu schade für. Leider gilt das mit dem Geschäft heute noch, denn es gibt auf Erden so viel Krieg, wie schon lange nicht mehr. Darum braucht man auch weiterhin Friedensnobelpreisträger als Hoffnungslieferanten für bessere Zeiten.

Alfred Nobel ist jedenfalls nicht der Wohltäter, für den ihn viele halten, nur weil er aus seinem Erbe posthum den Nobelpreis gestiftet hatte. Er war Rüstungsfabrikant. Und er besaß über 90 Dynamit-Fabriken weltweit. Auch wenn sein Dynamit der Industrialisierung zum Fortschritt verhalf, sein Sprengstoff aber tötete viele Menschen, auch auf so manchen Kriegsfeldern. 1894 hatte er zudem die schwedischen Bofors-Rüstungsbetriebe gekauft, wo er besonders effektive Waffen herstellen wollte.

Nobel ließ insgesamt 355 Erfindungen in diesem Kriegsbusiness patentieren. 1875 erfand er die Sprenggelatine und brachte 1887 Ballistit auf den Markt. Ballistit revolutionierte das Artilleriewesen und steigerte sein Vermögen sowie auch die Zahl (durch seine Produkte) Getöteter.

Wer will von so einem Mann einen von ihm gestifteten Friedenspreis entgegen nehmen? Und welchen Wert kann er durch diesen Stifter haben, der selbst kein Mann des Friedens war, sondern einer des Krieges und des Todes?

Der Nobelpreis war für Alfred Nobel ein Ablasshandel, der sein Gewissen beruhigen sollte, weil er nach seinem Tode nicht als ein habgieriger - über Leichen gehender - Mensch in Erinnerung bleiben wollte, dessen Leben lang eine Blutspur folgte. Vielleicht hatte er auch nur Angst, nach seinem Tod nicht in den Himmel kommen zu können, sondern in der Hölle schmoren zu müssen. Oder sollte es die Liaison (wenn vielleicht auch nur platonischer Art) mit der Gräfin Kinsky von Wchinitz und Tettau (09.06.1843 - 21.06.1914), bekannt als "Bertha von Suttner") gewesen sein, mit ihrer Friedensarbeit und ihrem literarischen Werk: "Die Waffen nieder!", welche Nobel zu der Idee des Nobelpreises brachte? Jedenfalls wurde auch sie als Friedensnobelpreisträgerin bedacht (1905). Wer also will von so einem Mann einen von ihm gestifteten Friedenspreis entgegen nehmen?

Es sind viele. Und das Nobel Blut an den Händen hatte, stört offensichtlich auch nicht viele. So mancher Preisträger, wie der gebürtige ägypter Jassir Arafat (04.08.1929 - 11.11.2004), ein Terrorist und Guerillakämpfer, hatte es nämlich selbst und freute sich daher, nun ein Friedenspreisträger zu sein. Da verwundert es nicht, das selbst Adolf Hitler (1939) zum Friedensnobelpreis nominiert war sowie auch schon Stalin und Mussolini zuvor, welche den Nobelpreis aber dann letztendlich doch nicht erhielten. Andere dagegen schon. Fritz Haber, der auch als "Vater des Gaskriegs" bekannt ist und welcher deutsche Truppen im 1. Weltkrieg (1914 - 1918) befehligte, die erstmals Giftgas als Massenvernichtungswaffe einsetzten, erhielt dagegen 1918 den Nobelpreis für Chemie. Habers Forschungen ermöglichten den Einsatz der Giftgase Chlor und Phosgen als Kriegswaffen im Ersten Weltkrieg. So dicht liegen Krieg und Frieden bei Nobel beieinander. Oder sind die Nobelpreise nur glorifizierende Auszeichnungen, um Forscher und deren Forschungen zu ehren und zu fördern, die mitunter auch militärisch genutzt werden können?

Sinnigerweise wurde Henry Dunant (08.05.1828 - 30.10.1910) 1. Friedensnobelpreisträger. Er rettete und pflegte die Verwundeten des Krieges nach der Schlacht von Solferino (1859), wo er zufällig anwesend war, weil er den Französischen Kaiser Napoleon III. treffen wollte, und wurde daraufhin, angesichts des Leidens der Kriegsverwundeten, Begründer des Internationalen Roten Kreuzes. - So nah liegt Krieg und Friedensnobelpreis beieinander. Eine entscheidende Frage ist, darf jemand, der Blut an den Händen hat, direkt oder indirekter Art, den Friedensnobelpreis erhalten? Dürfen Generäle, wie beispielsweise der US-amerikanischer General George C. Marshall (31.12.1880 - 16.10.1959), oder ein Staatspräsident wie beispielsweise Anwar as-Sadat (25.12.1918 - 06.10.1981) oder Barack Obama (geb. 4. August 1961), welche ein Militär befehligten und damit direkt oder indirekt am Töten von Menschen beteiligt gewesen sind, den Friedensnobelpreis erhalten? Dies sind beim Nobel-Komitee offensichtlich keine Ausschließungsgründe, denn zuvor genannte haben alle den Friedensnobelpreis erhalten. Denn es geht nicht darum die reinen Männer des Friedens zu ehren, sondern mit diesem Preis Politik zu machen bzw. in der internationalen Politik mitzumischen. So ist auch zu verstehen, warum der indische Friedensaktivist Mahatma Gandhi (02.10.1869 - 30.01.1948), der ihn nun wirklich verdient gehabt hätte, ihn nie bekommen hat.

Was kann also da der Friedensnobelpreis noch wert sein, als Ehrung für Friedensarbeit?

Wert besitzt der Preis schon, ist er doch mit einem Preisgeld und viel Aufmerksamkeit verknüpft, sowie auch Ruhm und Ehre. Aber sein moralischer Wert ist stark gesunken.

Was wir brauchen ist ein vom Nobel-Komitee unabhängigen Weltfriedenspreis. Einer der es würdig ist getragen zu werden, durch würdige Preisträger. Dessen moralischer Wert das höchste ist und der dem Träger nicht Ruhm und Ehre verspricht, sondern wo der Träger dem Weltfriedenspreis Ruhm und Ehre erweist. Da sollte dann auch der finanzielle Wert weit zurücktreten. Nobel bestimmte, daß es Preisträger auf fünf Gebieten geben soll: Physik, Chemie, Physiologie oder Medizin, Literatur und Frieden. Die Auszeichnung wird seit 1901 Jahr für Jahr am 10. Dezember - dem Todestag Alfred Nobels, in Oslo verliehen. Zu den diesjährig nominierten (2016) gehören unter anderem: Trump und Merkel. Was zeigt, das auch schon die bisherige Nominierung von Kandidaten wenig gutes erwarten läßt. Man darf gespannt sein, wer als nächstes hier Ruhm, Ehre und Preisgeld einheimst. Ist es wieder ein zweifelhafter Politiker oder eine fragwürdige Politikerin?

Das Nobel-Komitee, welches sich grundsätzlich nicht zu den Gründen der Nominierung äußert (um peinliche Diskussionen zu vermeiden), muß langsam aufpassen, wen es zum Friedensnobelpreisträger (oder -trägerin) kürt, damit der Wert des Friedensnobelpreises nicht noch weiter sinkt. Und zwar ins Bodenlose. Dann hat dieser, von der eigentlichen Idee her sehr ethischer und sinnvoller Preis, ausgedient und wird für die Geehrten unannehmbar.

V.i.S.d.P. Pierre Sens
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