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Elsaß-Lothringen


Elsaß-Lothringen war einst deutsches Kernland. Im Vertrag von Meerssen im Jahr 870 wurde die Zugehörigkeit zum Deutschen Reich besiegelt. In diesem Vertrag wurde am 8. August 870 zwischen König Karl dem Kahlen und seinem Bruder König Ludwig dem Deutschen die Aufteilung Lothariens (was bedeutet: „dasjenige, was Lothar gehört“) aufgesetzt. Es wurde später zum Herzogtum Lothringens und war Teil des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation.

1552 kam es zum Krieg zwischen dem Reich von Kaiser Karl V. und Frankreich unter König Heinrich II.. Grund war der Vertrag von Chambord. Der Vertrag von Chambord, vom 15. Januar 1552, war ein gegen Kaiser Karl V. gerichtetes Abkommen zwischen der Fürstenopposition um Moritz von Sachsen und dem König Heinrich II. von Frankreich. Dieser Vertrag wurde auf Schloß Chambord unterzeichnet.

Moritz von Sachsen benötigte den Beistand der Großmacht Frankreich, weil er und seine Bundesgenossen (Johann Albrecht von Mecklenburg-Schwerin und Landgraf Wilhelm von Hessen) nicht über genügend Geld für Streitkräfte verfügten, um gegen den Kaiser vorgehen zu können. Im Gegenzug für die Unterstützung durch hohe Geldzahlungen, wurde dem französischen König das Reichsvikariat über die deutschen Reichsstädte Toul, Verdun, Metz und Cambrai in Lothringen zugesichert. Da Kaiser Karl V. den Vertrag von Chambord nicht anerkennen konnte, nahm er 1552 den Krieg mit Frankreich um die deutschen Städte auf, konnte sich aber militärisch gegen Frankreich nicht durchsetzen. 1556 vertrauter er seine eigene Nachfolge seinem Bruder Kaiser Ferdinand I. an. Dieser stellte umgehend den Krieg ein, so daß die Städte unter französischer Kontrolle blieben.

Es ist heute schon eine üble Geschichtsverklitterung, wenn von den bösen Deutschen gesprochen wird, die beispielsweise mit der wilhelminischen Kaiserarmee das französische Verdun angegriffen haben. Verdun ist nämlich gar nicht französisch, sondern ursprünglich deutsch. Und die Franzosen waren es, die einst Verdun den Deutschen entrissen haben und nicht der Deutsche dies dem Franzosen entriß. Die Kriege um Verdun sind also nicht primär den Deutschen zuzuschreiben, sondern Frankreich, welches in imperialistischer Weise sich diese deutschen Staatsgebiete militärisch angeeignet hatte. Das Kaiserreich unter Wilhelm II. wollte, als Österreich den Beistand einforderte und der Krieg begann, deutsche Gebiete ins Reich zurückholen, weswegen hier im Stellungskrieg Meter für Meter gekämpft wurde, was zu hunderttausenden Toten auf dem Schlachtfeld von Verdun (und auf anderen Schlachtfeldern) führte. Ein sehr hoher Preis, den die Deutschen und Franzosen zu zahlen hatten. Am Ende aber obsiegten die Franzosen (mit Hilfe der Amerikaner) und traten am Ende so auf, als wäre Elsaß-Lothringen schon immer Teil ihres Landes gewesen und Deutschland hätte versucht, es zu okkupieren. Dabei war es, geschichtlich gesehen, genau umgekehrt gewesen. Aber welcher Deutscher weiß das heute noch? Geschichtsbewußtsein ist nicht jedermanns Sache.

Der größte Teil des späteren Reichslandes wurde durch Frankreich unter Ludwig XIV. im Zuge der Reunionspolitik, in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts, nach und nach annektiert. Straßburg wurde 1681 von Truppen Ludwigs XIV. besetzt. Das Elsass spielte jedoch noch lange Zeit eine Sonderrolle im französischen Königreich und blieb kulturell deutsch geprägt, ansonsten versuchte Frankreich alles Deutsche zu liquidieren. Im Jahr 1766 fiel auch das Herzogtum Lothringen entsprechend den Bestimmungen des Friedensvertrags von Wien (1738) an Frankreich zurück.

Nachdem Napoleon Bonaparte im Frühling 1814 erfolgreich zu Sturz gebracht wurde und seine Verbannung ins Exil beschlossen war, verkündeten die Staatsoberhäupter Mitteleuropas in Paris (Pariser Frieden) das Ende des Krieges. Der Wiener Kongress im Jahre 1815 besiegelte erst einmal, daß Elsaß und Lothringen bei Frankreich verbleiben sollte.

1870/71 kam es zum deutsch-französischen Krieg, der für Frankreich ungünstig verlief. Am Ende des Krieges wurde mit dem „Frieden von Frankfurt“ Elsaß und Lothringen dem neu gegründeten deutschen Kaiserreich angegliedert.

Seit 1871 war Elsaß-Lothringen also wieder Teil des Deutschen Reiches. Allerdings nur bis 1918. Nach dem Ende des 1. Weltkrieges wurde Elsaß-Lothringen wieder von Frankreich annektiert. Doch nur für ein paar Jahre. Die deutsche Wehrmacht erobert 1940 Elsaß-Lothringen zurück. Damit gehört es abermals zum Deutschen Reich (bis 1945). Nach dem 2. Weltkrieg okkupiert Frankreich jedoch Elsaß-Lothringen erneut, in dessen Staatsgewalt es sich heute immer noch befindet. Auch hier ist die Rückgabe besetzter Gebiete noch zu klären. Natürlich friedlich unter inzwischen befreundeten Nachbarländern. Es soll sich ja nie wieder Krieg hieran entzünden können. Man könnte es ja gemeinsam verwalten und aus Elsaß-Lothringen eine deutsch-französische Sonderzone machen. Da aber Bundeskanzlerin Merkel und der französische Präsident Macron, zusammen mit anderen europäischen Führern, einen EU-Einheitsstaat gründen wollen, hat sich dann die Frage, ob Elsaß-Lothringen wieder zu Deutschland gehören kann, erledigt.

Auszug aus dem Buch „Was ist deutsch? Wer gehört zu den Deutschen?“.




Elsaß und Lothringen
Bild Gemein-/Lizenzfrei, Karte des „Elsaß und Lothringen“, wikipedia, Bild größer

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